Kultureller Austausch vollzieht sich heute vor dem Hintergrund
eines radikalisierten politischen und kulturellen Internationalismus.
Die verschärfte Bezugnahme aufeinander im Zeichen mehr oder
weniger dynamischer Vorurteilsstrukturen prägt den Dialog,
die gegenseitige Infragestellung wie die Konfrontation. Kultureller
Austausch ist ein Ringen um ein dialogisches Verhältnis.
Das ITI und sein Festival Theater der Welt initiieren eine Begegnung
von Künstlern aus dem Mashriq und dem deutschsprachigen Kulturraum.
Sie laden zwei internationale Gastspiele und Werkstattgruppen ein
zur Annäherung an Zeichen, Bilder, Masken, Themen, Stoffe,
Mythen und Geschichten, die im jeweiligen kulturellen Kontext der
Teilnehmer von Bedeutung sind und die von den Teilnehmern mitgebracht
und vorgestellt werden. Es geht dabei um zeitgenössische Stoffe
und zeitgenössische Formen des Theaters. Ziel ist das vorsichtige
Ausleuchten möglicherweise durch Vorurteile und Ordnungssysteme
verstellter Wissensräume, die zum gegenseitigen Nutzen der
Teilnehmer erschlossen werden könnten.
Werkstattmodule:
Schauspielworkshops (2 Gruppen zu je 10-14
Pers.) ausgehend vom mitgebrachten Material und den von den Workshopleitern
angebotenen
(Gegenwarts-)Stücken (Zeitraum: 10.06. – 30.06.02)
Öffentliche Präsentation der Arbeitsergebnisse
2 Gastspiele (Elias Khoury/Rabih Mroueh, Libanon,
und Amir Reza Koohestani, Iran)
Öffentliches Symposium/Podiumsdiskussionen
mit Theatermachern, Autoren, Übersetzern, Kritikern und Regisseuren
Themen: Politik auf dem Theater; Neue Dramatik; Formen
und Grenzen des Austausches; Kooperationserfahrungen; Zensur und
Selbstzensur.